Sein Name
„Haus nächst“ oder „unter den Fleischbänken an der Hofgartenmauer“.
Wechselnde Besitzer
1535 – 1633 zwei Bäcker, ein Kürschner, zwei „wälsche Krämer“ und ein Besitzer ohne Berufsangabe.
Hofrichterzeit
1633 – 1852 war das Haus Amtssitz und Wohnstätte des jeweiligen Hofrichters, für den es das Stift Seitenstetten 1670 kaufte. 219 Jahre übten hier 20 Hofrichter im Dienst des Stiftes die Gerichtsbarkeit aus. Der erste hieß Sebastian Hartmann (1633 – 1642), der letzte Karl Obermüller (1841 – 1852).
Wechselnde Besitzer
1852 kaufte Dr. Heinrich Lammasch, k. k. Notar, das Haus vom Stift. Sein Sohn, Dr. Heinrich Lammasch, wurde hier 1853 geboren. Dieser hat, als der letzte Ministerpräsident der Monarchie (Oktober/November 1918), einen besonderen Rang in der Geschichte Österreichs. Auf die nächsten Besitzer, ein k. k. Bezirksvorsteher und drei Kaufleute (1857 – 1910), folgte die Kaufmannsfamilie Rauchegger in drei Generationen (1910 – 1974). Herr Franz Rauchegger diente in schwerster Zeit (1945 – 1955) der Gemeinde Seitenstetten vorbildlich als Bürgermeister. 1974 schlossen die Gebrüder Rauchegger, die sich bei der Führung ihres Geschäftes allgemeiner Wertschätzung erfreuen konnten, das Kaufhaus aus Altersgründen. Von Frau Cäcilia Rauchegger hat die Familie Mitterer 1985 das traditionsreiche Haus erworben.
Zur Baugeschichte
Das „Hofrichterhaus“ wurde von Barockbaumeister Gotthard Hayberger (u.a. Erbauer des Rathauses von Steyr) grundlegend umgebaut. Bei der neuerlichen baulichen Umgestaltung zu einem Kaffeehaus waren wir bemüht, im Inneren die alte Bausubstanz zu wahren und bei der Erneuerung der Fassade die spätbarocken Stuckzierrate durch die Farbengebung hervorzuheben.